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Fotoessay

Fotoessay

Farben,
Übergänge,
Freiräume

Architekturfotografie hat einen wesentlichen Anteil daran, wie sich Bauwerke ins kollektive Gedächtnis einschreiben. Der Fotoessay ist ein Versuch, die Grenzen zwischen den Projekten aufzulösen und die Bilder miteinander ins Gespräch zu bringen. Thematisch kreisen diese Gespräche um Farbigkeit, um Übergänge und um Freiräume. Die begleitenden Zitate fügen sich als Gäste in den Bildraum ein.
 

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1/8

Rot macht erfinderisch:

Farbpsychologisch unter Aggressionsverdacht, kann Rot schon bei sparsamem Einsatz unglaublich anregend wirken. Der richtige Rot‑Ton gibt dem Denken Impulse.

2/8

Pink ist meine liebste Farbe:

Manche Geschlechter-Stereotype scheinen kein Ablaufdatum zu haben. Ein Pink‑Boykott ist keine Lösung. Wir empfehlen die Flucht nach vorne.

3/8

Ohne einen
Glaspalast ist das
Leben eine Last!

Wer Paul Scheerbarts Lob der 
Transparenz aus dem Jahr 1915 
nicht traut, wird vielleicht 
seine Fortsetzung schätzen: 

Das bunte Glas 
zerstört den Hass!

4/8

Da wollte ein Räuber das Kunststück 
wagen, die offene Türe einzuschlagen.

Was im Gedicht von Vera Ferra‑Mikura den gesunden Menschen­verstand herausfordert, bringt im Bildungsbau System ins Wechselspiel von Transparenz und Geschlossenheit.

5/8

Lehm formt der
Töpfer zu Gefäßen; 
erst die Leere darin 
macht das Gefäß. 

Fenster und Türen 
bricht man in Mauern; 
erst die Leere darin 
macht die Behausung. 

Das Sichtbare bildet 
die Form eines Werkes, 
das Nicht-Sichtbare 
seinen Wert.

Lao Tse

6/8

Es war einmal ein Lattenzaun,
mit Zwischenraum,
hindurchzuschaun.

Ein Architekt, der dieses sah, stand eines Abends plötzlich da – und nahm den Zwischenraum heraus und baute draus ein großes Haus.

Christian Morgenstern

7/8

Denn was zählt, das liegt dazwischen, nur dazwischen ist noch Raum, sang Mitte der 1980er-Jahre die öster­reichische New‑Wave‑Band „Leider keine Millionäre“.

Was für Denkräume gilt, gilt auch für die realen Räume: spannend wird es, wo sich Grenzen im Dazwischen auflösen.

8/8

Und der Baum
war glücklich:

So endet jede Episode in Shel Silversteins Kinderbuch vom freigiebigen Baum, der seinem kindlichen Freund zuerst Schatten und Abenteuer spendet, dann Früchte und Bauholz, bis am Ende nur ein Stumpf bleibt, auf dem sich der Freund gealtert ausruht.

Können wir heute –
bauend – eine andere,
bessere Geschichte
erzählen?