AHS Reininghaus Graz
Die Schule ist als AHS-Langform mit 36 Klassen für ca. 900 Schüler:innen und 100 Pädagog:innen ausgelegt. Mit ihrer einprägsamen Fassade bildet sie den nördlichen Abschluss des Quartier 12 im neuen Grazer Stadtteil Reininghaus.
Das Schulprojekt hatte unter der heutigen Direktorin schon zwei Jahre zuvor als Containerschule gestartet. Von Beginn an war sie an der Erstellung des pädagogischen Konzepts beteiligt: Schule soll hier umfassend neu gedacht werden – ganz dem vom Schulteam geprägten Leitsatz entsprechend: „Fostering a new generation of creative thinkers – für eine Zukunft mit Zukunft“. Im Zusammenspiel von Pädagogik und Architektur entstanden freundliche, helle Raumfolgen mit vielfältigen Sichtbeziehungen und durchgehend starkem Außenraumbezug.
Dabei generiert das kompakte, im Standard klimaaktiv Gold errichtete Gebäude mit seiner vertikalen Ausrichtung räumliche Großzügigkeit auf einem kleinen Bauplatz. Der viergeschoßige L-förmige Baukörper gliedert sich in eine südwestlich orientierte Terrassenlandschaft, die sich durch begrünte Pergolen als verspieltes, dreidimensionales Element in die blaugrüne Fassadengestaltung einfügt. Am Fuße der Abtreppung empfängt der mit Bäumen bepflanzte und mit Sitzgelegenheiten ausgestattete Schulhof die Nutzer:innen. Der anschließende Vorplatz kann als Vermittlungsraum zwischen der AHS und der benachbarten Volksschule genutzt werden. Parkplätze gibt es rund um die Schule keine, wodurch angeregt wird, den Schulweg mit dem Rad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zurückzulegen.


Der Platzcharakter zieht sich bis ins Gebäudeinnere, das sich in mehrere Richtungen öffnet. Linker Hand befindet sich die zweigeschoßige Aula mit raumhoher Verglasung, die den Ausblick auf den Schulhof und den Vorplatz freigibt. Ihr Herzstück ist die breite Sitztreppe, die durch großzügig verteilte mintfarbene Sitzposter zum ansprechenden Pausentreff wird. Ergänzt um die Garderobe, den Mehrzwecksaal und das Buffet tritt das Erdgeschoß als fließende Raumfolge in Erscheinung. Hochwertige Holzfußböden, Einbaumöbel vom Tischler, raumhohe Türen sowie ein harmonisches Farbkonzept prägen die Atmosphäre der Schule. In Grüntönen gehaltene Sanitärbereiche, Bänke und Sitznischen – wie die der offenen Bibliothek – setzen freundliche Farbakzente. Das Raumangebot schafft altersadäquate Möglichkeiten zum Rückzug und zum Austausch.
Während die Unterrichtsräume der Sekundarstufe I (5. bis 8. Schulstufe) in Clustern zu je vier Klassenräumen und einer offenen Lernzone organisiert sind, gibt es für die Schüler:innen der Sekundarstufe II (9. bis 12. Schulstufe), die nach dem Departmentsystem organisiert ist, eine Homebase im ersten Obergeschoß. Jeweils zwei Cluster liegen an den Enden der drei Obergeschoße und sind durch spezifische Erkennungsfarben unterscheidbar. Dazwischen reihen sich die gemeinsam genutzten Räumlichkeiten der Departements NAWI, MINT und Kunst sowie die Oberstufen-Departements für Geschichte und Sprachen. Peer-Learning wird durch die Durchmischung der Schulstufen innerhalb der Cluster gestärkt und selbstständiges bzw. gemeinschaftliches Arbeiten durch die den Clustern und Departements vorgelagerten Lerninseln gefördert.


Die drei im Untergeschoß gelegenen, lichtdurchfluteten Sporthallen sind über großformatige Fenster vom Erdgeschoß aus einsehbar. Ergänzt wird das Bewegungskonzept der Schule durch eine begrünte Dachterrasse, die – neben einem großartigen Blick auf den Grazer Schlossberg – Sportplätze, eine 60-Meter-Laufbahn und eine Boulderwand bietet.
[ Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Reininghaus, Graz ] Architektur: j-c-k, Bürogemeinschaft Janser – Castorina – Katzenberger. Bauherrschaft: BIG Bundesimmobiliengesellschaft m. b. H., im Auftrag des Bildungsministeriums. Tragwerksplanung: Pilz und Partner ZT GmbH. Landschaftsarchitektur: studio boden. Grafik: buero sort. Art der Vergabe: Offener, einstufiger Realisierungswettbewerb im Oberschwellenbereich. Planungs- und Bauzeit: 2020–2024. Nutzfläche: 10 800 m². Adresse: Am Steinfeld 1, 8010 Graz, Steiermark.