Aus dem angloamerikanischen Hochschulwesen stammend, bezeichnete der Begriff ursprünglich einen locker mit universitären Einzelgebäuden bebauten, grünen Freibereich. Heute steht Campus – vor allem im Bildungsbereich – für die Zusammenfassung mehrerer Institutionen auf einem Grundstück und oftmals in einem großen Gebäudekomplex.
Im Wiener Campusmodell wird darunter insbesondere die Kombination von Schulen, Kindergärten und Einrichtungen für Sport und Freizeit sowie weiteren, für das Quartier wichtigen sozialen Funktionen (z. B. Jugendzentren, Musikschulen) unter einem Dach verstanden. Das Konzept ermöglicht ganztägige und verschränkte Betreuungsformen sowie Vernetzung und damit Synergien zwischen den Bildungseinrichtungen, wodurch vorhandene Ressourcen besser genutzt werden können, etwa gemeinsame Allgemeinbereiche wie Sport-, Kreativ- und Therapiebereiche. Das auf dieser Grundlage weiterentwickelte Modell Campus plus verstärkt den Austausch zwischen Kindergarten und Schule, indem altersübergreifende Bildungsbereiche (BIBER) mit Multifunktionalen Zonen (MUFUs) geschaffen werden. Nutzer:innen von Kindergarten und Volksschule bzw. von Volksschule und Mittelschule teilen sich einen BIBER und verbringen ihren Alltag gemeinsam.
Andernorts in Österreich wird der Begriff Campus auch für einen losen und vornehmlich organisatorischen Zusammenschluss von Bildungseinrichtungen innerhalb eines abgegrenzten Gebiets, z. B. einer Gemeinde, verwendet.