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Schule am Inn, Innsbruck

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Schule am Inn Innsbruck

Diese Schule hat in den zehn Jahren ihres Bestehens bereits eine spannende Trans­formation durch­gemacht: Aus einem reinen Sonder­päda­gogischen Zentrum wurde ein Bildungs- und Lebens­raum für alle. Die Archi­tektur unterstützt diesen Prozess mit Flexi­bilität und Robustheit.

Namensgebend für die Schule ist die Lage direkt am Fluss- und Grünraum, an einer Promenade und weiten Frei­flächen. Der Baukörper trägt mit seiner gleich­wertigen Orientierung nach drei Seiten dieser schönen städte­baulichen Situation Rechnung und dockt im Norden an eine denkmal­geschützte Mittel­schule aus den 1930er-Jahren an, der er respektvoll, aber selbst­bewusst begegnet. Eine barriere­freie Verbindung zwischen den Schulen ist mitgedacht. 

Wenn sich im Schulbau generell gesellschaftliche Debatten um Bildung und Teilhabe wider­spiegeln, so ist dies im Bereich der ganz besonders der Fall. So war es bei der Schule am Inn nicht das Ziel, ein einseitig speziali­siertes Gebäude für Menschen mit Behinderung zu errichten, sondern vielmehr einen flexiblen, zukunfts­gerichteten Schul­standort mit Offenheit für sich wandelnde päda­gogische Zugänge zu schaffen. Heute ist es eine Schule für alle geworden, mit jahr­gangs­über­greifenden Volks­schul­klassen und Klassen mit sonder­päda­gogischem Fokus für 6- bis 18-Jährige. Für dieses Zusammen­leben bietet die Architektur einen robusten und wert­schätzenden Rahmen. 

Grundriss 2. Obergeschoß

Oberhalb der Eingangsebene, die visuelle Durch­lässigkeit bis in den großen Garten gewährt, sind die Unterrichts­räume auf zwei Geschoßen organisiert. Vielfältige Zwischen­zonen und fantasie­volle Zusatz­räume, wie etwa kleine Klassen­küchen, atrium­artige oder dunkle Rückzugs­nischen, tragen dem ständigen Wechsel zwischen Einzel­betreuung, freiem Lernen und Spielen Rechnung. Luft­räume verbinden die Geschoße und bringen viel Tageslicht in die Zwischen­zonen. Fast jeder Klassen­raum bietet Zugang zu den über­dachten Frei­terrassen, wo ebenso gegartelt wie gerannt wird. In ihrer warmen Materialität und Wohn­lichkeit mit intensivem Bezug zur schönen landschaft­lichen Umgebung ist diese Schule inklusiv im besten Sinn: ein guter Lebens­raum für alle.

Nicola Weber

[ Volksschule und Sonderschule, Innsbruck ] Archi­tektur: reitter_architekten zt gesmbh. Bauherrschaft: Innsbrucker Immobilien GmbH & Co KG, im Auftrag der Stadt Innsbruck. Tragwerks­planung: ZSZ Ingenieure ZT GmbH. Landschafts­architektur: DnD Landschafts­planung. Art der Vergabe: Offener, zweistufiger Realisierungs­wettbewerb im Ober­schwellen­bereich. Planungs- und Bauzeit: 2011–2014. Nutzfläche: 5 007 m². Adresse: Hutterweg 1a, 6020 Innsbruck, Tirol.