Konrad Lorenz Gymnasium Gänserndorf
Hier dreht sich alles um die Mitte: Die zentrale Treppenlandschaft sieht nicht nur schön aus, sondern ist das alle Geschoße verbindende Zentrum, das viel Luft zum Atmen, für Bewegung und zum Träumen bietet.
Von der ehemaligen Gangschule aus den 1970er-Jahren wurden der südliche Eingangsriegel und der nördliche Gebäudeteil mit den Sporthallen erhalten und generalsaniert. Die dazwischenliegende Bebauung mit eingeschoßigen Klassenzimmern und kleinen Innenhöfen wurde entfernt und völlig neu organisiert. Hier gibt es jetzt einen großen Baukörper mit drei eingeschnittenen Höfen. Die Klassen sind in eher schematisch angelegten Clustern organisiert, mit einer Erschließung über Mittelgänge, die sich jeweils am Ende zu einer Zone für offenes Lernen erweitern.
Der nach Süden orientierte Haupteingang führt in ein lichtdurchflutetes Atrium mit einer Grünpflanzenwand. Hier befindet sich der Verwaltungsbereich der Schule inklusive Rückzugsraum für das Lehrpersonal mit Arbeitsplätzen, Besprechungs- und Pausenräumen, Küche und einem eigenen Außenbereich. Da es sich um eine Bestandsschule handelt, konnten sich Lehrer:innen und Schüler:innen mit ihren Bedürfnissen in die Planung einbringen. Die Nutzer:innen loben die freundlichen und hellen Unterrichtsräume sowie die großzügigen disponiblen Flächen und die Erholungsräume.

Eine Besonderheit der Anlage ist ein Geländesprung, der es erlaubte, unter dem Eingangsgeschoß ein gut belichtetes Gartengeschoß anzulegen, in dem Sonderunterrichtsräume und Werkstätten untergebracht sind. Auf diesem Niveau endet auch die Sitztreppe, unter der sich eine offene Zone mit vielen Bewegungsangeboten befindet. Diese Zone ist, so berichtet die Direktorin, so beliebt, dass Kinder schon vor Unterrichtsbeginn freiwillig hierherkommen, um sich ein wenig auszutoben oder noch eine Runde Tischfußball oder Tischtennis zu spielen, bevor in den Geschoßen darüber der Unterricht beginnt.
Die von oben belichtete Halle ist das lichtdurchflutete Herz der Schule. Die Sitztreppe lädt zum Verweilen und Beobachten ein; kuschelig gepolsterte Nischen ermöglichen Rückzug und Erholung. Hier findet sich auch der Mehrzweckraum mit verschiebbaren Wänden. Auch in den Clustern werden zusätzliche Bewegungs- und Rückzugsräume für die Pausen angeboten. Frei zugängliche Kletterstangen in den offen gestalteten Pausenräumen werden vor allem von den jüngeren Schüler:innen gerne genutzt, während die Oberstufe einen eigenen Pausenraum mit Hängesesseln und anderem gemütlichen Mobiliar besitzt. Die Verglasungen zwischen den Unterrichtsräumen und dem Gang schaffen Blickbeziehungen und erleichtern die Aufsichtspflicht. Die Sitznischen, die vor jedem Klassenraum zum Verweilen einladen, werden von den Schüler:innen gerne für den gemeinsamen Austausch genutzt. Zwischen manchen Klassenräumen gibt es Schiebewände, um sie bei Bedarf, insbesondere für Prüfungssituationen, zusammenschalten zu können.


Im nördlichen Bestandsgebäude befinden sich die lärmintensiveren Einrichtungen: Musikräume, Werkräume (mit eigener Werkterrasse), Räume für den Fachunterricht Kunst- und Gestaltung und die beiden Sporthallen. Das Bewegungsangebot wird durch großzügige Freiflächen rund um das Schulgebäude sowie die Mitnutzung des benachbarten Hallenbads ergänzt.
Ein ausgeklügeltes Farbkonzept hilft dabei, im reichhaltigen Raumangebot die Orientierung zu behalten. Seegrün ist die Leitfarbe, die sich durch das gesamte Gebäude zieht; dazu kommen eine zusätzliche Farbe pro Stockwerk sowie ein eigenes Muster pro Cluster.
[ Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Konrad Lorenz, Gänserndorf ] Architektur: Franz und Sue ZT GmbH. Bauherrschaft: BIG Bundesimmobiliengesellschaft m. b. H., im Auftrag des Bildungsministeriums. Tragwerksplanung: Petz ZT GmbH. Landschaftsarchitektur: EGKK Landschaftsarchitektur. Architekturgrafik, Mitarbeit Innenausbau: Visuelle Kultur KG. Art der Vergabe: Offener, einstufiger Realisierungswettbewerb. Planungs- und Bauzeit: 2018–2022. Nutzfläche: 8 098 m². Adresse: Gärtnergasse 5–7, 2230 Gänserndorf, Niederösterreich.