Volksschule Bruckneudorf
Die neue Volksschule von Bruckneudorf besetzt einen Teil der denkmalgeschützten ehemaligen Erbsenschälfabrik. Sie ist der erste Baustein einer geplanten städtebaulichen Entwicklung, denn das Areal soll zu einem neuen Ortszentrum ausgebaut werden.
Die heutige Gemeinde Bruckneudorf verdankt ihre Entstehung einem Militärtruppenlager, das Mitte des 19. Jahrhunderts, strategisch günstig gelegen, an der damaligen Grenze zwischen der österreichischen und der ungarischen Reichshälfte errichtet wurde. Zur Versorgung der Truppen entstand eine weitläufige Konservenfabrik in historistischer Formensprache. Nach Leerstand, Abriss und Umnutzung einzelner Bauteile zogen mit Beginn des Schuljahres 2022/23 die Volksschule und eine Musikschule in Teile der ehemaligen Erbsenschälfabrik – umgangssprachlich „Erbse“ genannt.
Bei der Transformation galt es, die denkmalpflegerischen Gesichtspunkte mit den aktuellen Anforderungen an einen modernen Schulbau zu vereinen. Im Äußeren blieb das Gebäude weitgehend unverändert, lediglich für die Garderobe und den Eingangsbereich wurden transparente Pavillons angebaut. Und auch im Inneren ist viel von der historischen Bausubstanz spürbar – etwa die ursprünglichen Holzdecken, teils unverputzte Ziegelwände, neue Holzfenster in alter Form sowie die vorhandene Tragstruktur mit Holz- und Gusseisensäulen.

Aus dieser Raumkonfiguration entstanden im ersten Stock acht sowie im Erdgeschoß vier Klassenräume, die aktuell für die Nachmittagsbetreuung genutzt werden. Diese sind jeweils an den Außenmauern angeordnet. Ihnen vorgelagert befinden sich zum Hof orientierte, breite Erschließungszonen, die für vielfältige pädagogische Aktivitäten und als großzügiger Bewegungsraum genutzt werden. Dachflächenfenster sowie hoch liegende Glasbänder in den Trennwänden bringen zusätzliches Licht. „Die Schule versprüht ein ganz besonderes Flair aus historischem Charme sowie moderner Infrastruktur und ist einzigartig“, bringt es die Direktorin auf den Punkt.
Der autofreie Vorbereich der Schule wird auch als Pausenhof genutzt und soll sich zukünftig zu einem neuen Hauptplatz entwickeln. Dazu sind sowohl Neubauten als auch die Transformation der zwei hoch aufragenden Silos für Wohnzwecke geplant. Für die wachsende Gemeinde Bruckneudorf bildet die Schule damit den Nukleus einer umfassenden Neustrukturierung.
[ Volksschule Bruckneudorf ] Architektur: Pesendorfer | Machalek | Dolmanits Architekten ZT. Bauherrschaft: OSG | Oberwarter Siedlungsgenossenschaft, im Auftrag der Gemeinde Bruckneudorf. Tragwerksplanung: DI Thomas Gottschlich. Landschaftsarchitektur: dieLandschaftsplaner.at. Art der Vergabe: Direktvergabe. Planungs- und Bauzeit: 2018–2022. Nutzfläche: 3 560 m². Adresse: Hauptplatz 1, 2460 Bruckneudorf, Burgenland.